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Sprache im Wandel

Kurt Tucholsky schrieb, dass Sprache eine Waffe sei. Ja, das kann sie sein, und das ist sie viel zu häufig, ohne dass sich die Sprechenden dessen bewusst wären. Aber das muss sie nicht. Sprache kann auch ein Werkzeug sein. Sie kann uns in der Dunkelheit der Nacht die helle Reflexion des Mondlichtes sehen lassen. Sprache kann unsere Welt begrenzen – aber auch unendlich weit öffnen.

Kübra Gümüşay1

Unsere Sprache ist im Wandel. Immer und überall wird Sprache geformt, verändert, angepasst. 
Jeden Tag passiert mit unserer Sprache etwas. Ob wir sie einerseits erweitern, neue Wörter erfinden, Bedeutungen dehnen, oder ob wir bestimmte Wörter nicht mehr sagen, weil sie bereits so viel angerichtet haben. 
Sprache ist mächtig. Sprache kann verletzen.
Sprache spiegelt unser Denken und nimmt Einfluss auf unser Handeln. 

Da Sprache lebendig ist, müssen wir das, was wir sagen immer wieder neu reflektieren. Was uns an einem Tag als eine gute Begrifflichkeit erscheint, können wir am nächsten Tag schon wieder als unpassend wahrnehmen. Auch dieser Blog hier lebt von Sprache. Und auch diese Sprache verändert sich konstant. Diesen Prozess wollen wir nicht verstecken, da wir selbst oft genug über Formulierungen diskutieren. Und manchmal erst im Nachhinein merken, dass wir uns hätten anders ausdrücken sollen. 

Wenn euch also auffällt, dass wir gewisse Formulierungen ändern, dann liegt es daran, dass wir konstant versuchen, unsere Sprache zu reflektieren und immer wieder zu diskutieren, wie wir uns präzise und respektvoll ausdrücken können. Weist uns immer gern auf Begrifflichkeiten hin, über die ihr stolpert, denn nur so können wir weiter lernen, weiter überlegen und hoffentlich gendergerecht sprechen und schreiben. 


Zur Sprache auf diesem Blog: Immer, wenn wir Genderbezeichnungen nutzen, beziehen wir uns gleichermaßen auf trans wie cis Menschen. Uns ist bewusst, dass die von uns verwendeten Begriffe soziale Konstrukte sind und es mehr als zwei Geschlechter gibt. Um gendersensible Sprache zu verwenden, nutzen wir den Doppelpunkt. Falls wir über eine Person schreiben, die sich eine andere Selbstbezeichnung wünscht, verwenden wir diese.

Autorin

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  1. Gümüşay, Kübra, Sprache und Sein, München 2020, S.25. []

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