Rebekka Salomea © Karl F. Degenhardt
Frauen in der Musik,  Kölner:innen,  Salonthema

Kurzinterview mit Rebekka

Neben Anna, Shanice und Emily hat uns auch Rebekka Salomea Ziegler einige Fragen zu ihren Erfahrungen in der Musikbranche beantwortet.
Rebekka singt in der Band SALOMEA, die sie 2014 gegründet hat und deren Songs sie schreibt. Den Sound beschreibt sie als “zeitgenössische Melange aus HipHop, Trap, elektronischer und experimenteller Musik.” Rebekka kann man außerdem als freiberufliche Sängerin und Komponistin, u. a. im Neo A Capella Quartett “Of Cabbages And Kings” und anderen Konstellationen erleben.

Wie verbindest du Feminismus und Musik?

Ich habe mich nie entschlossen “feministische Musik” zu machen – also feministische Themen wie zum Beispiel Gleichberechtigung der Geschlechter sind nicht alleiniger Gegenstand meiner Texte. Inhaltlich erzähle ich aber durchaus Geschichten und Gefühle, die ich selbst oder Freund*innen erlebt haben und die viele Überschneidungen mit
diesem gesellschaftlich relevanten Themenkomplex beinhalten wie z.B. Selbstbestimmung, unterschiedliche Umgehensweisen mit sexualisierter Gewalt, Mutter-/Tochter-sein, etc.        
Ich habe das Glück, dass ich nie ausweglos unterdrückt war und eine Sozialisation erfahren habe, die mir offene Zukunftsperspektiven aufgezeigt hat und weitgehend frei von Gender-Klischees war. Ich mache Musik, die ich selbst gut finde, die mich selbst ermächtigt.
Ich bin aktiv und produktiv. Ich arbeite hart und viel, weil ich es will und weil ich es kann. Ich halte nicht viel von festgeschriebenen Stereotypen, Schubladen, Genres, Kategorisierung – das transportiere ich mit oder ohne Worte in meiner Musik. Ich bin kommunikativ und aktiv im Austausch mit meinen Kolleg*innen, dem Publikum und innerhalb der Kulturpolitik.

Wovon handeln deine Texte?

In letzter Zeit schreibe ich viel über Tod und Vergänglichkeit, Leben und
Liebe,”Ent-Täuschung”, Herkunft und Prägung. Seit ich Texte schreibe, habe ich eine Vorliebe dafür, Bilder aus der Natur und meiner Umwelt mehr oder weniger konkret mit einfließen zu lassen.

Welchen strukturellen Benachteiligungen begegnest du (in deinem Genre)?

Leider gibt es noch nicht genügend Spielorte, in denen meine Musik die Menschen findet, die ihr etwas abgewinnen könnten. Generell führt das Bedürfnis nach struktureller Kategorisierung zu wenig Offenheit und somit gibt es zu wenige passende Formate, beispielsweise in den Medien. Teilweise begegne ich meiner Musik gegenüber einer Ablehnung seitens des Publikums oder der Veranstalter, die entweder aus einer Überforderung (“Die Musik ist zu komplex”) oder einer Voreingenommenheit gegenüber den ästhetischen Pop-Einflüssen der Band resultiert. Wahrscheinlich ist es auch einfach eine Frage des Budgets.
In Bezug auf mein Geschlecht (vielleicht bezieht sich das aber auch auf mein Instrument) kommt es öfter vor, dass ich für nicht kompetent gehalten werde, dass mir nicht richtig zugehört wird oder dass ich eines besseren belehrt bzw. ungefragt vollgetextet werde.

Welche Rolle spielt die visuelle Inszenierung deiner/eurer Musik?

Anfangs habe ich mir darüber wenig Gedanken gemacht. Mittlerweile, und das wird spätestens mit dem Cover unseres neuen Albums sichtbar, versuche ich den Gestus, die Message und Haltung, die Absicht der Musik in Bildern abzubilden bzw. anzukündigen. Ich habe das große Glück mit sehr kreativen und hartnäckigen Künstlern zusammen zu arbeiten, die mir und meiner Musik zuhören und mutig sind in ihrem Gebiet.

Vielen Dank für deine Antworten!

Autorin

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